Fenster tauschen: Wann & warum es Geld spart

23.03.2026 Lesedauer: min Mariana Friedrich

Fenster wird ausgetauscht.

Auch wenn die alten Fenster noch nicht aus dem Rahmen fallen, lohnt es sich oft, sie zu ersetzen. Einfach oder zweifach verglaste Fenster ohne Isolierung verschwenden viel Energie. Mit modernen Fenstern lassen sich die Energiekosten um bis zu 15 Prozent senken. Und nebenbei steigen Wohnkomfort und Sicherheit.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Fenster, die vor 1995 eingebaut wurden, gelten als veraltet
  • Fenster vor 1970 sollten dringend ersetzt werden
  • Bis zu 15 Prozent der Heizenergie gehen über alte Fenster verloren
  • Der U-Wert entscheidet: Neue Fenster dürfen laut GEG maximal 1,3 W/(m²K) haben
  • Kosten amortisieren sich oft innerhalb von 10 Jahren
  • Fenstertausch und Fassadendämmung gemeinsam planen spart Geld und Ärger

Wann sollte man Fenster tauschen?

Fenster halten lange. Manchmal zu lange. Wer in einem Haus aus den 1980ern wohnt und die Fenster noch nie angefasst hat, heizt im Zweifel buchstäblich zum Fenster hinaus. Bis zu 15 Prozent der Heizenergie gehen über veraltete Fenster verloren – das hat eine Studie der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) ergeben. Ein Fenstertausch lohnt sich besonders dann, wenn ...

  1. ... die verbauten Fenster vor 1995 eingebaut wurden –
  2. …  und spätestens dann, wenn sie vor 1970 verbaut wurden oder älter als 48 Jahre sind.
  3. ... die verbauten Fenster einfach verglast sind – ohne Wärmeschutz.
  4. ... die Fenster den vorgeschriebenen U-Wert überschreiten.
  5. ... ohnehin die Dämmung des Gebäudes geplant ist.

Warum sollte ich meine Fenster austauschen?

Moderne Fenster halten Wärme im Haus – im Winter wie im Sommer. Sie senken die Heizkosten, reduzieren CO2-Emissionen und schützen nebenbei vor Einbruch und Lärm. Und sie steigern den Wert der Immobilie. Das ist kein schlechtes Paket für eine Maßnahme, die man einmal macht und dann jahrzehntelang vergisst.

Ansicht vom Innenraum auf geöffnetes Doppelfenster und Aussicht nach draußen, mit Blumenvase auf dem Fensterbrett

Ab wann sind Fenster zu alt?

Fenster, die vor 1995 eingebaut wurden, gelten laut Verbraucherzentrale als veraltet. Der Grund: Mit der Wärmeschutzverordnung von 1995 wurden erstmals Wärmeschutzverglasungen zum Standard. Alles davor war Isolierverglasung – technisch überholt.

Durchschnittlich werden Fenster 48 Jahre lang genutzt, bevor sie ersetzt werden. Doch die Technik hat sich in dieser Zeit stark weiterentwickelt. Ein Austausch lohnt sich oft schon deutlich früher.

Tipp: Wer nicht weiß, wann die eigenen Fenster eingebaut wurden, findet das Herstellungsdatum auf dem Typenschild – es sitzt auf der Innenkante des Fensterrahmens.

Der Test: Müssen neue Fenster her?

Viele Argumente sprechen also für zeitgemäße Fenster. Aber bevor der Umbau starten kann, lohnt sich eine Bestandsaufnahme. Wie dicht sind die aktuellen Fenster und wie gut halten sie die Wärme im Gebäude?

Der Teelicht-Test

Stellen Sie ein Teelicht nah an den Fensterrahmen. Flackert die Flamme, zieht es – die Dichtung ist hin oder das Fenster insgesamt undicht. Alternativ funktioniert der Papiertest: Legen Sie ein Blatt Papier auf den unteren Rahmen, schließen Sie das Fenster. Lässt sich das Papier problemlos herausziehen, kennt auch die Kälte diesen Weg.

Wie Sie Ihre Fenster selbst abdichten können, zeigen wir Ihnen in unserer Anleitung.

Der Feuerzeugtest

Feuerzeugtest für Fenster: Spiegelt sich die Flamme mehrfach im Glas, handelt es sich um mehrfach verglaste Fenster. Hat eine der Spiegelungen eine andere Farbe, deutet das darauf hin, dass das Glas metallbedampft ist, also eine Wärmeschutzscheibe enthält.
So könnte der Feuerzeugtest bei mehrfach verglasten Fenstern aussehen.

Ob ein Fenster wärmeschutzverglast ist, zeigt der Feuerzeugtest: Halten Sie eine Flamme nah ans Glas. Bei mehrfach verglasten Fenstern spiegelt sie sich mehrfach. Hat eine der Spiegelungen eine andere Farbe, ist das Glas metallbedampft – also eine Wärmeschutzscheibe. Fehlt diese Färbung, fehlt auch der Wärmeschutz.

Doppelt verglaste Fenster mit Wärmedämmglas sind schon die halbe Miete für eine moderne Dämmung. Mit dreifach verglasten Fenstern lässt sich noch mehr Energie sparen.

Der U-Wert – was steckt dahinter?

Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) gibt an, wie viel Wärme pro Sekunde durch einen Quadratmeter Fensterfläche entweicht. Je niedriger, desto besser. Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) schreibt vor: Neue Fenster dürfen einen U-Wert von maximal 1,3 W/(m²K) haben. Werden nur die Scheiben getauscht, gilt ein strengerer Grenzwert von 1,1 W/(m²K).

Ausnahmen sind:

  • Dachfenster: max. 1,4 W/(m2K)
  • Fenstertüren mit Klapp-, Falt-, Schiebe- oder Hebemechanismus: max. 1,6 W/(m2K)
  • Sonderverglasungen: max. 1,6 W/(m2K) für die Scheibe, 2,0 W/(m2K) für das gesamte Fenster
Die Infografik zeigt die Erklärung des U-Werts. Der U-Wert gibt an, wie viel Wärme nach außen verloren geht. Je geringer der U-Wert, desto weniger Energie gibt das Fenster nach außen ab.
Der U-Wert ist die entscheidende Größe für den Fenstertausch.

Beim Fenstertausch die Dämmung mitdenken

Fenster, Wände und Dach bilden gemeinsam die Gebäudehülle. Wer nur die Fenster tauscht, ohne die Fassade zu dämmen, riskiert ein neues Problem: Die Wände werden zur kältesten Stelle – und dort schlägt sich Feuchtigkeit nieder. Schimmel ist die Folge.

Deshalb gilt: Fenstertausch und Fassadendämmung möglichst gemeinsam angehen. Das spart Baugerüste, Kosten und Nerven. Außerdem lassen sich so Fördergelder für mehrere Maßnahmen gleichzeitig beantragen.

Mann beim Streichen eines Fensterrahmens auf Baustelle.

Unser Tipp: Maßnahmen verbinden & Fördermittel sichern

Bedenken Sie, dass Sie nicht alle paar Jahre einen Teil Ihrer Immobilie sanieren wollen. Die rechtlichen Vorgaben aus dem Gebäudeenergiegesetz sind Mindestanforderungen. Nutzen Sie verfügbare Förderprogramme, um den Energiestandard Ihres Gebäudes auf einen möglichst hohen Stand zu optimieren.

Zum FördermittelCheck

Fenster restaurieren statt Fenster tauschen?

Alte Fenster haben einen besonderen Charme. Es kann durchaus Vorteile haben, sie zu erhalten und zu sanieren:

  • Nicht nur für die Optik des Gebäudes, auch der Umwelt zuliebe. Denn die Herstellung neuer Fenster mit Rahmen ist energieintensiv.
  • Bei historischen Gebäuden können darüber hinaus Denkmalschutzauflagen einen Austausch der Fenster verhindern.
  • Eventuell würde auch eine aufwendige Entsorgung der alten Fenster für eine Sanierung sprechen. Hier müssen Kosten und Nutzen kritisch abgewogen werden.

Ob die vorhandene Substanz weiterverwendet werden kann, und ob eine Sanierung in Sachen Kosten und Nutzen die bessere Option ist, kann am besten ein Fachbetrieb einschätzen.

Fenster tauschen ohne Rahmen

Um den Wärmeschutz zu erhöhen, muss nicht zwangsläufig das gesamte Fenster getauscht werden. Ist der Rahmen intakt, kann es reichen, eine neue Scheibe einzubauen. Hierbei kann höherwertiges Fensterglas nachgerüstet werden.

Voraussetzung:

  • Die Beschläge sind für das oft höhere Gewicht von beispielsweise dreifach verglasten Fensterscheiben ausgelegt.
  • Der Rahmen ist für die in der Regel dickeren Verglasungsaufbauten geeignet.

Was kann an Fenstern repariert werden?

Einige Schäden lassen sich auch reparieren, ohne dass das ganze Fenster ersetzt werden muss.

  • Wenn die Scheibe leichte Kratzer oder Risse aufweist, die Oberfläche im Laufe der Jahre rau geworden ist, kann Fensterpolierpaste helfen.
  • Sind die Fenster lediglich schwergängig, kann ein wenig Kriechöl schon die Lösung sein. Fensterbeschläge sollten regelmäßig gefettet werden, um einwandfrei zu funktionieren. Bewegen Sie die Beschläge nach dem Fetten einige Male, um das verwendete Öl gleichmäßig zu verteilen.
  • Holzfäule, Verwitterungsschäden oder Risse in Holzfensterrahmen lassen sich ebenfalls reparieren. Holzfenster sollten generell alle paar Jahre neu gestrichen werden.
  • Fensterdichtungen gibt es in jedem Baumarkt. Ziehen Sie das alte Dichtungsband vorsichtig aus der Nut, und nehmen Sie es als Vorlage mit. Bei profilierten Dichtungsbändern ist der Griff zum Originalhersteller die beste Lösung.

Ein Tipp, wenn Sie ganz sicher gehen wollen: Nehmen Sie ein Stück Knetmasse, und umwickeln Sie es mit Frischhaltefolie. Die Knetrolle kleben Sie nun beim Schließen des Fensters an die Stelle, an der es undicht scheint, zwischen Rahmen und Fensterflügel. Die Knete wird auf die nötige Stärke der Fensterdichtung zusammengedrückt.

Für Glasarbeiten und Fenstersanierungen ist es allerdings sinnvoll, einen Fachbetrieb zu Rate zu ziehen.

In diesem Video erläutert der Energieberater Klaus Michael vom Detmolder Niedrig-Energie-Institut, woran man bei neuen Fenstern im Altbau denken sollte.

Was kostet der Fenstertausch?

Die Kosten hängen von Fenstergröße, Material und Verglasung ab. Als grobe Orientierung: Ein Standardfenster kostet inklusive Einbau zwischen 500 und 1.500 Euro. Die Investition amortisiert sich laut Fachverbänden oft innerhalb von 10 Jahren – durch niedrigere Heizkosten.

Tipp: Mehrere Handwerkerangebote einholen und Maßnahmen bündeln. Wer gleichzeitig dämmt, spart beim Gerüst.

Fenster sanieren – welche Förderung gibt es?

Im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude wird der Fenstertausch vom BAFA als Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle bezuschusst.

  • Standardmäßig gibt es 15 Prozent Förderung für neue Fenster. Die förderfähigen Investitionskosten betragen max. 30.000 Euro.
  • Erfolgt die Maßnahme im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP), erhalten Sie 20 Prozent Förderung (max. 60.000 förderfähige Kosten).
  • Voraussetzung: Der U-Wert der neuen Fenster darf 0,95 W/(m2K) nicht überschreiten. Das entspricht in der Regel einer 3-Fach-Verglasung.
  • Zusätzlich kann ein Ergänzungskredit in Höhe von bis zu 120.000 Euro von der KfW in Anspruch genommen werden, sofern die Immobilie selbst bewohnt wird. 

Unsere Förderprogramm-Suche zeigt, welche Mittel Sie beantragen können.

Fenster ersetzen und Einbruchschutz nachrüsten

Fenster können nicht nur Licht reinlassen, auch unerwünschte Gäste suchen durch sie den Zugang zu einer Immobilie. Einbruchschutz lässt sich bei Fenstern nachträglich aufrüsten. Dabei ist es maßgeblich, dass Beschläge, Rahmen und Zusatzsicherungen aufeinander abgestimmt sind. Die DIN 18104 ist hier das Stichwort. Die Norm steht für geprüfte Zusatzsicherungen.

Von einbruchshemmenden Fensterbeschlägen (Pilzkopfverriegelungen) über abschließbare Fenstergriffe bis hin zu Sicherheitsfolien für das Fensterglas gibt es viele Möglichkeiten. Lesen Sie dazu auch unseren Artikel zu Einbruchschutz.

Welche Möglichkeiten sich anbieten, erklären unter anderem die polizeilichen Beratungsstellen. Sie stellen auch Listen mit Fachfirmen pro Bundesland zur Verfügung, die anhand der polizeilichen Empfehlungen arbeiten.

Tipp: Maßnahmen zum Einbruchschutz lassen sich ebenfalls steuerlich geltend machen.

Über die Autorin

Mariana Friedrich

Mariana Friedrich unterstützt co2online seit 2020 als freie Autorin mit Beiträgen über energetische Sanierung, Strom- und Photovoltaikmythen sowie bei der Aktualisierung unserer Ratgeber. Die freiberufliche Journalistin und Texterin schreibt u.a. für die dpa-Kindernachrichten und ist Content-Creatorin und Beraterin für Hochschulen, Unterrnehmen und Agenturen.

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