Grünes Gas: Heizen mit gutem Gewissen?

04.03.2025 Lesedauer: min Minh Duc Nguyen

Eine Biogasanlage mitten in der Natur

Grün, grün, grün sind alle meine … Energieträger. Zugegeben: So weit sind wir noch nicht. Aber zumindest die technischen Mittel und Möglichkeiten stehen schon heute zur Verfügung. Eine davon ist das Heizen mit grünem Gas beziehungsweise Biogas. Ob das Ganze eine Zukunft hat, welche Rolle die Stadt Mannheim dabei einnimmt und warum die Politik oft über Erfolg und Misserfolg entscheidet, lesen Sie hier.

Verbrauchen Sie zu viel Gas?

Ob mit grünem oder herkömmlichem Erdgas: Ermitteln Sie in wenigen Minuten Ihr persönliches Sparpotenzial.

Die wichtigsten Fakten auf einen Blick

  • Grünes Gas ist ein Sammelbegriff für viele gasförmige Energieträger.
  • Es spielt in der Wärmeversorgung nur eine untergeordnete Rolle.
  • Das Heizen mit Gas steht allgemein auf der Kippe.
  • Alternativen sind bereits verfügbar und bezahlbar.

Was ist grünes Gas? Was ist Biogas?

Grünes Gas ist ein Sammelbegriff für gasförmige Energieträger, die auf nachhaltige Weise erzeugt werden. Im Gegensatz zu fossilem Erdgas wird grünes Gas aus erneuerbaren Rohstoffen oder mithilfe von klimaneutralen Prozessen hergestellt. Typische Arten von grünem Gas sind:

  • Biogas: wird durch die Vergärung organischer Stoffe wie Pflanzenreste, Gülle oder Speisereste produziert.
  • Biomethan: ein aufbereitetes Biogas, das genauso verwendet werden kann wie fossiles Erdgas.
  • Synthetisches Gas: entsteht durch die chemische Umwandlung von erneuerbarem Wasserstoff und CO2.
  • Grüner Wasserstoff: wird durch Elektrolyse aus Wasser gewonnen, wenn dafür Ökostrom genutzt wird.

Grünes Gas bzw. Ökogas entlastet die Umwelt

Fossile Energieträger wie Erdgas entstehen über Jahrmillionen und sind endlich. Grünes Gas hingegen – auch Ökogas genannt – basiert auf erneuerbaren Ressourcen und lässt sich in relativ kurzer Zeit nachproduzieren – beispielsweise durch den Anbau von Energiepflanzen oder die Nutzung biologischer Abfälle. Die Verwendung von grünem Gas anstelle von reinem Erdgas reduziert den CO2-Ausstoß im Schnitt um etwa 62 Prozent. Was das in der Praxis bedeutet, zeigt die nachfolgende Tabelle.

CO2-Einsparung durch Ökogas im Vergleich

Für mehr Informationen bitte scrollen bzw. ziehen

­
70-m2-Wohnung
110-m2-Einfamilienhaus
Verbrauch Heizenergie pro Jahr
9.170 kWh
15.730 kWh
CO2-Emissionen mit Erdgas
2.265 kg
3.885 kg
CO2-Emissionen mit Ökogas
1.004 kg
2.408 kg
vermeidbares CO2
1.261 kg
1.477 kg
Die Tabelle listet Anschlusskosten, Heizkosten pro Jahr und Verbrauch für eine Einfamilienhaus und ein Mehrfamilienhaus auf.

Grünes Gas für die Biogasheizung – eine Chance für die Energiewende?

Bis hierhin könnte man meinen: Grünes Gas ist eine wunderbare Möglichkeit, das Heizen klimaneutral zu gestalten und die Wärmewende im Vorbeilaufen zu meistern. Man müsste nichts machen und kann die vorhandene Gasheizung behalten oder eine neue kaufen und weiterhin mit Gas heizen. Gäbe es da nicht einen oder sogar mehrere Haken.

Biomethan als Hoffnungsträger

Möchte man das Biogas (grünes Gas, Ökogas oder was auch immer) für die bestehende Gasheizung nutzen, muss man es erst zu Biomethan aufbereiten. Letzteres ist so „rein“, dass man es problemlos in das vorhandene Gasnetz führen und dort speichern kann. Das Problem: Um den hohen Heizbedarf hierzulande ansatzweise decken zu können, bräuchte es sehr viele Produktionsanlagen für Biomethan. 2023 gab es deutschlandweit jedoch nur etwa 220 Anlagen – 2025 werden es nicht viel mehr sein. Zum Vergleich: Reine Biogasanlagen gibt es schätzungsweise knapp 10.000. In einer Analyse der Deutschen Energie Agentur (dena) heißt es dazu:

Um einen höheren Bedarf nach Biomethan zu decken, müsste entweder das bestehende Biomethanpotenzial aus Reststoffen besser genutzt oder die Importe aus dem Ausland deutlich erhöht werden.“

Eine Steigerung des Biomethanpotenzials aus Energiepflanzen sei, so die Autor*innen, aufgrund der steigenden Nachhaltigkeitsanforderungen unwahrscheinlich. Anders formuliert nehmen Energiepflanzen den Platz weg, der unter anderem für die Nahrungsmittelproduktion notwendig wäre. Von den Umweltauswirkungen durch Monokulturen ganz zu schweigen. Umweltverbände wie der NABU oder die DUH lehnen solche Pläne deutlich ab.

Umbau zu teuer, Gasnetze nicht überall ausreichend vorhanden

Eine bestehende Biogasanlage zu einer Biomethan-Produktionsanlage auszubauen ist kostspielig. Das erklärt auch, warum es hierzulande so wenige davon gibt. Und für den Fall, dass die Umbaumaßnahmen wirtschaftlich sind: Irgendwie muss das teuer produzierte Biomethan zu den Verbrauchern gelangen. Ist ein Gasnetz bereits vorhanden, kann man es nutzen. Wenn nicht, muss das Biomethan ähnlich wie beim Heizöl mit einem LKW zu den Verbrauchern geliefert werden. Das ließe den Preis noch weiter steigen.

„Schock-Nachricht“ aus Mannheim

Als wären diese Unsicherheitsfaktoren nicht schon groß genug, kam Ende 2024 aus Mannheim eine Nachricht, die es in sich hatte: Als erste deutsche Großstadt will sich Mannheim bis 2035 aus dem Gasnetz zurückziehen. Als Gründe nannte das zuständige Energieversorgungsunternehmen MVV Energie AG unter anderem das in Baden-Württemberg gesetzlich geforderte Ziel der Klimaneutralität bis 2040 und den Verzicht auf die Umstellung der Gasversorgung von Letztverbraucher*innen im Niederdruckbereich auf Wasserstoff (Anm. d. Red: Ähnlich kompliziert und teuer wie Biomethan). Letzteres sei aus Kapazitäts- und Kostengründen nicht realisierbar

Weitere Städte und Kommunen können bald folgen

Mannheim ist kein Einzelfall. In den Wochen nach der Ankündigung wurden Städte wie Aalen, Osnabrück, Hamburg und Hannover mit dem Thema in Zusammenhang gebracht. In einem Blogbeitrag für die Stadtwerke Osnabrück schreibt der Autor:

In der Tat preschen einige Städte wie z. B. Hannover gerade mutig vor und wagen erste zeitliche Rückbau-Prognosen. Wer genauer hinguckt, liest in den Aussagen aber zugleich viele Einschränkungen, Unwägbarkeiten und ‚Wenn-Dann-Botschaften.‘“ Weiter heißt es: „Viele zentrale Fragestellungen sind noch offen und ungeklärt wie z. B. die Frage der Finanzierung von Gasverteilnetzen, wenn immer weniger Kunden daran angeschlossen sind.“

Steigende Netzentgelte als Belastung für alle Beteiligten

Ein Gasnetz zu bauen und es langfristig zu betreiben ist kostenintensiv. Wenn immer mehr Menschen auf eine andere Heizlösung umsteigen, benötigen immer weniger Menschen noch den Gasanschluss, und damit wird es für die Netzbetreiber weniger lukrativ. Um die Lücke zu schließen, müssen sie wohl oder übel die Netzentgelte für die übrig gebliebenen Gaskund*innen erhöhen. Ein Teufelskreis beginnt.

Der CO2-Preis belastet Gaskund*innen zusätzlich

Neben den steigenden Netzentgelten und der Gefahr einer mittelfristigen Stilllegung des Gasnetzes müssen Verbraucher*innen obendrein den CO2-Preis bezahlen. Für 2025 sind 55 Euro pro Tonne vorgesehen, für 2026 wird eine Spanne von 50 bis 65 Euro erwartet. Ab 2027 gilt europaweit derjenige CO2-Preis, der sich frei am Markt bildet. Die Höhe ist also jetzt noch nicht absehbar.

Auch wer Biogas nutzen möchte, ist indirekt betroffen

Die oben genannten Punkte betreffen auf den ersten Blick nur Menschen, die mit reinem Erdgas heizen (und kochen). Beim genauen Hinsehen stimmt diese Annahme nicht. Schließlich wird von vielen Seiten die Mär erzählt, dass man heute ruhig eine Gasheizung kaufen und in absehbarer Zeit klimaneutral mit Biogas, Biomethan oder Wasserstoff heizen kann.

Mit Blick auf die oben genannten Punkte (nur 220 Anlagen zur Biomethanproduktion, kaum nennenswerte Anzahl an Wärmeanschlüssen etc.) raten viele Expert*innen und Wissenschaftler*innen davon ab, jetzt noch eine Gasheizung einbauen zu lassen.

Der CO2-Preis belastet Gaskund*innen zusätzlich

Neben den steigenden Netzentgelten und der Gefahr einer mittelfristigen Stilllegung des Gasnetzes müssen Verbraucher*innen obendrein den CO2-Preis bezahlen. Für 2025 sind 55 Euro pro Tonne vorgesehen, für 2026 wird eine Spanne von 50 bis 65 Euro erwartet. Ab 2027 gilt europaweit derjenige CO2-Preis, der sich frei am Markt bildet. Die Höhe ist also jetzt noch nicht absehbar.

Auch wer Biogas nutzen möchte, ist indirekt betroffen

Die oben genannten Punkte betreffen auf den ersten Blick nur Menschen, die mit reinem Erdgas heizen (und kochen). Beim genauen Hinsehen stimmt diese Annahme nicht. Schließlich wird von vielen Seiten die Mär erzählt, dass man heute ruhig eine Gasheizung kaufen und in absehbarer Zeit klimaneutral mit Biogas, Biomethan oder Wasserstoff heizen kann.

Mit Blick auf die oben genannten Punkte (nur 220 Anlagen zur Biomethanproduktion, kaum nennenswerte Anzahl an Wärmeanschlüssen etc.) raten viele Expert*innen und Wissenschaftler*innen davon ab, jetzt noch eine Gasheizung einbauen zu lassen.

Hat die Biogasheizung keine Zukunft mehr?

Dass Biogas im Energiemix nicht fehlen darf, darin sind sich viele einig. Insbesondere Baden-Württemberg und Bayern, wo traditionell viel mit fossilen Energieträgern geheizt wird, setzen nach wie vor aufs Biogas. Auch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sieht in Biogas „eine wichtige Säule der Energiewende“ und hat kürzlich ein sogenanntes Biomasse-Paket geschnürt. Anfang Februar wurde das Paket entsprechend vom Bundestag beschlossen.

Biogas spielt unter der jetzigen Regierung keine Rolle

Spätestens nach dem Kriegsausbruch in der Ukraine ist das Heizen mit Gas politisch „schwierig“ geworden. Auch wenn die Fachverbände immer wieder auf die Potenziale von Biogas hinweisen – passiert ist seitdem wenig. Das Umweltbundesamt, kurz UBA, hat zudem starke Bedenken geäußert und hält zumindest die Anbaubiomasse, also eigens auf fruchtbaren Ackerflächen angebaute „Energiepflanzen“, für zu wertvoll, um damit zu heizen.

Für wen lohnt sich das Heizen mit Biogas?

Die Wahl der richtigen Heizung ist immer individuell zu treffen. Denn mehrere Faktoren entscheiden über die Kosten und die Zukunftssicherheit einer Anlage. Im Folgenden finden Sie eine Auswahl realistischer Fälle und möglicher Lösungen:

Hauseigentümer*innen am Stadtrand

Ist bereits eine Gasheizung vorhanden und funktionstüchtig, kann der Umstieg auf Ökogas eine mittelfristige Lösung sein. Wichtig ist dabei der Tarif. Denn Ökogas ist nicht gleich Ökogas. Viele vermeintliche Ökogastarife sind in Wirklichkeit Kompensationstarife. Dabei beziehen Sie normales Erdgas, zahlen aber einen „Klima-Aufschlag“. Mit Blick auf die Erfüllungspflicht für Öl- und Gasheizungen ab 2029 ist ein Kompensationstarif nicht sinnvoll. Worauf Sie beim Wechsel achten sollten, lesen Sie in unserem Artikel. 

Jetzt Artikel lesen

Eigentümer*innen (EFH und WEG) im Ballungsgebiet

In Ballungsräumen mit älteren Gebäuden sind häufig Gasetagenheizungen eingebaut. Ist ein Anschluss an ein Fernwärmenetz möglich, sollte das im Rahmen einer Wohneigentümerversammlung besprochen und in Betracht gezogen werden. EFH-Eigentümer*innen können diesen Schritt natürlich unkomplizierter gehen. Ein Umstieg auf Fernwärme bedeutet die Weitergabe der Erfüllungspflicht an den örtlichen Energieversorger. Ist kein Anschluss möglich, kann auch hier der Wechsel zu einem echten Biogastarif mit 100 Prozent Ökogas sinnvoll sein. Am sichersten ist der Umstieg auf eine Heizung auf Basis erneuerbarer Energien, wie zum Beispiel eine Wärmepumpe.

Hauseigentümer*innen in Gegenden mit wenig Landwirtschaft

Hier lohnt es sich definitiv nicht, aufs Erdgas oder Biogas zu setzen. Denn die Chancen, damit klimaneutral zu heizen, stehen schlecht. Hier ist ein Energiewechsel des Heizsystems die sinnvollste Lösung. Zum Beispiel von einer Gasheizung auf eine Wärmepumpe. Wie das aussehen kann, zeigt unser Erfahrungsbericht aus Potsdam.

Portrait von PraxisChecker Stefan Rahmstorf im Freien

Praxistest: Nachhaltig heizen mit Wärmepumpe

Der Klimaforscher Stefan Rahmstorf hat seine Erdgasheizung 2021 gegen eine Wärmepumpe ausgetauscht. Sein energetisch sanierter Altbau erfüllte die Voraussetzungen optimal. Davor hatte ihm sein Heizungsbauer zu einer neuen Gastherme geraten. Wie der Heizungstausch abgelaufen ist, erfahren Sie hier.

Jetzt den Bericht lesen

Hauseigentümer*innen auf dem Land mit viel Landwirtschaft

Ist bereits ein Nahwärmenetz vorhanden oder wird der Ausbau geplant, kann es sich lohnen, noch etwas zu warten. Am sichersten ist es, sich beim örtlichen Energieversorger über den aktuellen Stand zu informieren, um mögliche Kapazitätsengpässe zu vermeiden. Wer schon jetzt loslegen möchte, kann auch den Umstieg von Gas auf Wärmepumpe angehen.

Mieter*innen in einem Mehrfamilienhaus

Ob in der Stadt oder auf dem Land: Wer zur Miete wohnt, kann die Entscheidung darüber, womit geheizt wird, nicht selber treffen. Aber er oder sie kann die Eigentümer*innen beeinflussen und auf die Vorteile einer modernisierten Immobilie hinweisen. Denn eine neue Heizung wirkt sich nicht nur positiv auf den Wert des Hauses aus. Da sich Vermieter*innen am CO2-Preis für fossile Brennstoffe beteiligen müssen, sparen sie mit Fernwärme oder Wärmepumpe auch noch zusätzliche Kosten.

Wie grün sind meine Energieträger?

Das Ziel steht schon seit Jahren fest: Bis 2045 will Deutschland klimaneutral werden. Bis dahin müssen noch viele Hürden überwunden und viele Schritte gegangen werden. Aktuell werden immer noch über 70 Prozent aller Wohnungen entweder mit Öl oder Gas beheizt. Bei Fernwärme ist der Anteil erneuerbarer Energien nicht immer eindeutig zu ermitteln. Das bekannte Kinderlied müsste demnach in „Grau, grau, grau sind alle meine Energieträger“ umgedichtet werden.

Viele Vorreiter-Kommunen machen Mut

Bis 2045 sind es noch 20 Jahre. Aber bereits heute gibt es zahlreiche Kommunen, die in Sachen Wärmewende bereits große Schritte zurückgelegt und zum Beispiel ihren kommunalen Wärmeplan vollständig erstellt haben. Manche gehen noch weiter und sind schon jetzt energieautark, wie beispielsweise das Dorf Feldheim in Brandenburg oder Schlöben in Thüringen. Beide Ortschaften haben es unter anderem über private Nahwärme- und Stromnetze geschafft.

Auf den ersten Blick klingt „grünes Gas“ wie ein Widerspruch: Gas gilt schließlich als fossiler Brennstoff, der durch die Verbrennung CO2 freisetzt. Doch grünes Gas unterscheidet sich in seiner Herkunft und CO2-Bilanz.

Die Herstellung von grünem Gas ist darauf ausgelegt, möglichst klimaneutral zu sein. Das bedeutet: Die Menge an CO2, die bei der Verbrennung entsteht, wurde zuvor durch Pflanzen oder andere Prozesse der Natur aufgenommen. Dadurch wird kein zusätzliches CO2 in die Atmosphäre freigesetzt.

Die Ökobilanz hängt jedoch stark von der Produktion ab. Werden beispielsweise Energiepflanzen angebaut, kann es zu Problemen wie Monokulturen oder dem Verlust von Ackerflächen für Nahrungsmittel kommen. Daher ist es wichtig, dass grünes Gas nach strengen Nachhaltigkeitsstandards hergestellt wird.

Biogas entsteht in sogenannten Biogasanlagen. Dort werden organische Materialien wie Gülle, Pflanzenreste oder Lebensmittelabfälle in einem luftdichten Behälter gesammelt. Mikroorganismen zersetzen diese Stoffe und setzen dabei Methan frei – den Hauptbestandteil von Biogas.

Nach der Vergärung bleibt ein Gärrest übrig, der als Dünger in der Landwirtschaft eingesetzt werden kann. Das gewonnene Rohbiogas wird entweder direkt vor Ort genutzt oder auf Erdgasqualität aufbereitet, um ins Erdgasnetz eingespeist zu werden.

Ein Vorteil von Biogas ist, dass es aus Abfällen produziert werden kann, die sonst ungenutzt bleiben würden. Gleichzeitig wird der Kreislauf geschlossen, da die Gärreste in den natürlichen Stoffkreislauf zurückgeführt werden. Die Produktion von Biogas aus eigens dafür angebauten Pflanzen ist hingegen nicht nachhaltig.

Grünes Gas spielt eine zentrale Rolle bei der Energiewende. Es ergänzt erneuerbare Stromquellen wie Wind und Sonne, die nicht jederzeit verfügbar sind. Während grüner Strom stark von Wetterbedingungen abhängt, kann grünes Gas gespeichert und bedarfsgerecht eingesetzt werden.

Außerdem ist es in Bereichen unverzichtbar, in denen Strom keine Lösung bietet – etwa in der Schwerindustrie, im Güterverkehr oder bei der Herstellung von Grundstoffen wie Stahl und Glas.

Ja, grünes Gas ist ein wichtiger Baustein für die Unabhängigkeit und Sicherheit der Energieversorgung. Es kann fossile Brennstoffe ersetzen und dazu beitragen, die Abhängigkeit von Gasimporten zu reduzieren. Gerade in Krisenzeiten zeigt sich, wie wichtig eine vielfältige Energieversorgung ist.
Grünes Gas hat den Vorteil, dass es regional produziert werden kann. Das stärkt nicht nur die Versorgungssicherheit, sondern auch die heimische Wirtschaft.

Grünes Gas ist vielseitig. Es kann

  • in Gasheizungen zur Wärmeerzeugung eingesetzt werden,
  • Strom in Blockheizkraftwerken erzeugen,
  • als Kraftstoff für Fahrzeuge dienen,
  • in der Industrie als Energieträger genutzt werden.

Besonders interessant ist die Möglichkeit, grünes Gas ins bestehende Erdgasnetz einzuspeisen. So kann es fossiles Erdgas ersetzen, ohne dass teure Umbauten nötig sind.
 

Gute Nachrichten: Die meisten modernen Gasheizungen können ohne Umrüstung mit grünem Gas betrieben werden, insbesondere mit Biomethan, das identische Eigenschaften wie Erdgas hat.
Wenn Sie eine ältere Gasheizung besitzen, kann es sinnvoll sein, diese durch eine umweltfreundliche Heizung wie eine Wärmepumpe zu ersetzen. Das sorgt nicht nur für mehr Effizienz, sondern spart auch langfristig Heizkosten. Nutzen Sie den HeizCheck, um Ihre Potenziale zu finden.

Zum HeizCheck
Minh Duc Nguyen

Über den Autor

Minh Duc Nguyen

Minh Duc Nguyen ist seit 2020 Teil der co2online-Redaktion. Er ist besonders vertraut mit dem Thema Heizung im Allgemeinen, sowie Brennwertkessel und Wärmepumpe im Besonderen. Darüber hinaus gehört der Bereich staatliche Fördermittel für Wohngebäude zu seiner Expertise.

Zum Autor*innen-Profil
Empfehlungen der Redaktion

Weitere Artikel zum Thema „Gasheizung“